Mauerbau, Punk trifft Zirkuspferd und Stigmata THEATERNATUR2020 startet in die dritte Festivalwoche

Auch in der letzten Spielwoche des diesjährigen Festivals der darstellenden Künste, THEATERNATUR, können die Zuschauer in Benneckenstein eine große Vielfalt auf der Bühne erleben. Wir stellen Ihnen die nächsten Höhepunkte vor.

Benneckenstein (thea). Los geht es schon heute, Dienstag, 18. August, mit der„MAUERSCHAU“ Die Berliner Mauer stand 28 Jahre. Nele Stuhler wurde am Tag des Mauerbaus im Jahr des Mauerfalls in Ost-Berlin geboren. Meldungen zum Mauergedenken gehören zu ihrem Geburtstag wie Kuchen, Kerzen und Sommer.

Nele Stuhler wurde am Tag des Mauerbaus im Jahr des Mauerfalls in Ost-Berlin geboren. Meldungen zum Mauergedenken gehören zu ihrem Geburtstag wie Kuchen, Kerzen und Sommer. Am liebsten liest sie Christa Wolf. Die fragte sich vor 28 Jahren: Wie kommt Leben zustande? Das fragt sich Nele auch. Mauerschau“ ist kein Projekt über die Mauer, sondern über eine spezifische Konstellation zwischen deutscher Geschichte und privater Biografie. Foto: @Katharina Seibt

Am liebsten liest sie Christa Wolf. Die fragte sich vor 28 Jahren: Wie kommt Leben zustande? Das fragt sich Nele auch. Mauerschau“ ist kein Projekt über die Mauer, sondern über eine spezifische Konstellation zwischen deutscher Geschichte und privater Biografie. Ausgehend von einem Zahlenspiel, von einer zufälligen Kulmination von Ereignissen des eigenen Mikro- und Makrokosmos beschäftigt sich „MAUERSCHAU“ mit der jüngeren deutschen Geschichte aus einer absolut
unzulässigen subjektiven Perspektive. Beginn ist um 20.30 Uhr.

Am Mittwoch heißt es um 19.30 Uhr „BEAUTIFIC CHARMES – SCHRECKLICH SCHÖNE REIZE“. Ein glimmerndes Rockkonzert, eine spektakuläre Show. Die Künstlerinnen des Metafiction Cabaret bringen ein Gesamtkunstwerk aus Performance, Konzert, Party und Cabaret auf die Bühne. Die Künstlerinnen des Zirkus Punk verbinden in diesem
Konzert Pop und Rock mit Elementen aus Chanson und Cabaret.

Die Künstler*innen des Zirkus Punk verbinden in diesem Konzert Pop und Rock mit Elementen aus Chanson und Cabaret. Foto: @Anne Sturm Abdruck

Sie inszenieren ihre Texte musikalisch, vereinen Hochkultur mit Subkultur. Ihre Musik und ihre Bühnenshow entwerfen stets eine zweite Handlungsebene. In doppelbödigen Texten setzen sie sich mit aktuellen Themen auseinander, unterhalten und bereiten unserem Statement für
Vielfalt, Solidarität und dem bunten Miteinander eine Bühne.

„FALLSUCHT“ heißt es dann am Donnerstag, den 20. August, ab 17 Uhr im Waldstudio. In dieser Performance wird von einer Krankheit erzählt, die von der Aura des Geheimnisvollen umgeben ist: Epilepsie. Heilig, prophetisch, sündig, unbändig, von Dämonen besessen. Eine menschliche Urangst, materialisiert in einer Krankheit, die
den Frieden bedroht. Es ist dieses Unbeherrschbare, das unsere Gesellschaft immer wieder zu bewältigen sucht, indem sie es von sich wegstößt, in DIN-Passformen bringt oder sogar als Lebensform disqualifiziert. Lara Scherpinski untersucht in FALLSUCHT
ihren Körper als Archiv von Familien- und Kulturgeschichte, als Sammelbecken von Mythen und gesellschaftlichen Debatten um Normalität und Andersartigkeit. FALLSUCHT ist eine kritische Begegnung mit dem Wahn um den gesunden Menschen.
Die Performerin Lara Scherpinski beschäftigt sich in dem autobiografisch-theatralen Solo-Stück mit der politischen Aufarbeitung der Euthanasie sowie gesellschaftlichen Stigmata zwischen Heiligsprechung und Dämonisierung. Ob heilig und prophetisch
oder sündig und vom Teufel besessen – über Jahrhunderte hinweg wurden Betroffenen Attribute zugeschrieben, die größtenteils moralisierenden Zuordnungen entsprangen
und bis heute die öffentliche Wahrnehmung prägen.

Genauere Informationen zum Spielplan, auch zu den Hygienemaßnahmen und zum Kartenvorverkauf, der vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie vorzugsweise im Onlineshop erfolgen sollte, erhalten Sie auf der Seite www.theaternatur.de im Internet.