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HarzSagen – Steinaer Mühle bei Steina

Am Waldrand von Steina, unweit der Kirche, befindet sich die Steinaer Mühle. Der Sage nach hat hier ein Müller nie länger einen Burschen bei sich behalten können, da diese alle bald ums Leben gekommen seien.

Als wieder ein Geselle um Arbeit bat, erzählte ihm der Müller vom Unglück seiner Vorgänger. Der Geselle willigte trotzdem ein. In der ersten Nacht kamen viele Katzen in die Mühle. Eine wollte dem Gesellen an die Kehle springen, doch der war flink und hackte ihr die Vorderpfote ab.
Am nächsten Morgen bemerkte der Geselle, daß der Müllerin die Hand abgehauen war und entdeckte so, daß die Müllersfrau eine Hexe war und wohl die anderen Gesellen auf dem Gewissen hatte. Die einsame Lage der Mühle, der früher als unehrlich geltende Beruf des Müllers und die Bedeutung des Mahlens mit Rauschen und Klappern in der Nähe des Wassers haben Mühle und Müllersleute zu wichtigen Motiven in Brauchtum und Sage werden lassen. In dieser Sage wird neben der Mühle als Spukort sowie der gesellschaftlichen Außenseiterrolle des Müllerberufs auch der Volksglaube an die Katze als dämonisches Hexentier zum Ausdruck gebracht: Die Katze ist die Verkörperung des Bösen. Typisch für den Umgang mit Hexen ist auch der Analogiezauber: Als der Katze die Hand abgehackt wird, verliert die Frau (Hexe) ihre Hand (In einer anderen Sage wird einer Hexe das Gesicht zerkratzt,indem in die von ihr behexte Milch gestochen wird). Zusätzlich wird der sozialkritische Aspekt dieser Sage betont: der (untergeordnete) Geselle überführt die (hochgestellte) Frau des Müllermeisters der Hexerei.


Quelle: Schwarzer Führer Harz


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