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Doppelsieg für Korydwenn beim Falkensteiner Minneturnier

Doppelsieg für Korydwenn aus Wolfhagen – Erste Frauenrunde beim Minneturnier

Am 1. Juli ging auf der Konradsburg in Falkenstein das zwölfte Falkensteiner Minneturnier glanzvoll über die Bühne: Vor vollbesetztem Haus zeigten fünf Sängerinnen aus Deutschland und Österreich, das der Minnesang nicht allein eine männliche Domäne ist. In drei Runden mussten die Sängerinnen zeigen, was sie zu bieten haben.

Alle Mitwirkenden des 12. Falkensteiner Minneturniers / Foto: Veranstalter

Am Ende stand wie im Vorjahr ein Doppelsieg: Sowohl das Publikum als auch die hochkarätige Jury, die aus den Siegern der Vorjahre bestand, entschieden sich für die französischstämmige Sängerin Korydwenn alias Claire Bénard aus Wolfhagen. Sie begann das Turnier mit einer beeindruckenden Interpretation des bekanntesten Liedes der okzitanischen Trobairitz, der Minnesängerinnen aus dem Süden Frankreichs: “A chantar” von der Comtessa Beatriz de Dia. Hier wurde die Trauer einer verschmähten Liebenden deutlich, aber auch ihr ungebrochener Stolz. Ihr zweites Glanzstück war ein anonymes Lied der französichen Trouveresses: In einem ausgefeilten musikalischen Arrangement präsentierte sie den Dialog zweier Freundinnen, in dem deutlich wird, dass man hartherzige und bösartige Ehemänner betrügen und bloßstellen muss.

Der Höhepunkt des Abends war die dritte Runde des Turniers: Hier musste jede der fünf Sängerinnen eine Strophe des berühmten Falkenliedes des Kürenbergers singen. Korydwenn eröffnete den Reigen mit ergreifendem und schlichten Gesang zur selbst gespielten Lyra. Die anderen Sängerinnen übernahmen und variierten die Melodie, wobei die musikalische Begleitung sich verdichtete. Man vergaß, dass es ein Wettbewerb war, denn die großartigen Stimmen der fünf Interpretinnen harmonierten großartig und die Sängerinnen hörten aufeinander und schufen gemeinsam mit den hervorragenden Instrumentalisten ein Gesamtkunstwerk mit einem fünfminütigen Spannungsbogen. Als das Publikum die Darbietung mit begeistertem Applaus belohnte, fielen sich die fünf in die Arme und alle Konkurrenz war vergessen.

Und die war sehr groß: Jede der fünf hatte eine ausgiebige musikalische Ausbildung und eine ganz eigene Stimmfarbe vorzuweisen. Karina Benalcázar, die aus Ecuador stammt und in Salzburg lebt, beeindruckte mit Temperament und operngestultem Timbre, Christine Zienc aus Hannover präsentierte mit einem Mutter-Tochter-Dialog, bei dem sie beide Rollen verkörperte, auch schauspielerisches Talent. Noemi La Terra aus Dresden erzeugte mit einem Marienlied Oswald von Wolkensteins eine geradezu meditative Stimmung und Klara vom Querenberg aus Erfurt zeigte mit Anna von Coelln, dass überschäumende Lebensfreude und klösterlicher Ernst sich durchaus verbinden können: ihr “Amor, Amor” blieb als Ohrwurm haften.

Eingebettet war das ganze in ein liebevoll-lebendiges Schauspiel des Musiktheaters Dingo, bei dem Hexen aus dem Harz die bisherigen Moderatoren Frauenlob und Stempfel in ihre Schranken weisen.

Das Klostergewölbe der Konradsburg bewährte sich mit Akustik und Atmosphäre als willkommene Regen-Alternative. Der künstlerische Leiter Dr. Lothar Jahn äußerte trotzdem die Hoffnung, dass man sich im nächsten Jahr wieder auf dem Burghof von Falkenstein zusammen finden könne. Am 23.6.2018 soll es um die “Traurigkeit der Troubadoure” gehen, die okzitanischen Ursprünge des Minnesangs stehen im Mittelpunkt. Korydwenn ist dann passenderweise als Ehrengast hochwillkommen.

PM:
Dr. Lothar Jahn
www.lothar-jahn.de
www.minnesang.com


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