Archiv der Kategorie: HarzSagen

Teufel vom Hexentanzplatz in der Glaskugel

Den Hexentanzplatz muss man vorstellen, diese Aussichtsplattform ist sicher Pflicht bei einem Besuch im Harz. Erreichbar ist er zu Fuß, per Seilbahn, Bus und Auto. Belohnt wird der „Aufstieg“ dann durch einen sagenhaften Ausblick in das Bodetal.

Aber der Hexentanzplatz hat selber viel zu bieten.
So der bekannte Teufel.

Die Plastiken auf dem Hexentanzplatz stammen von Jochen Müller, Diplom-Metallgestalter aus Quedlinburg. Sie wurden am 21. April 1996 enthüllt. Die Hauptfigur in der Mitte der Kette aus Findlingen ist der Teufel.

Der Hexentanzplatz ist durch Überlieferung angeblich auch ein altsächsischer Kultort, an dem in der Nacht zum 1. Mai zur Verehrung der sogenannten Hagedisen (Wald- und Berggöttinnen) Feste abgehalten wurden. Der Ort wurde erst nach dem Verbot des Kultes durch die zugewanderten christlichen Franken zum Hexentanzplatz. Also auf zum Hexentanzplatz.

HarzSagen – Mägdesprung

Etwa 5 km nördlich von Harzgerode liegt der kleine Ort Mägdesprung (500 Ew.) im Tal der Selke, “ der fröhlichen Schwester der wilden Bode“.

Oberhalb des Ortes befindet sich der Felsen „Mägdetrappe“. Der Sage nach stand hier eine Riesentochter, als sie beim Spaziergang über den Harz plötzlich eine Freundin auf dem gegenüberliegenden Ramberg (etwa 6 km in nordwestlicher Richtung entfernt) erblickte. Sie traute sich nicht recht, den auch für eine Riesin großen Schritt zu wagen, so daß sie durch das lange Stehen ihren Fußabdruck im Stein hinterließ. Einer anderen Überlieferung zufolge fuhr die Riesin mit einer Kutsche daher. Als sie das Tal überqueren wollte, packte sie kurzerhand den Wagen in ihre Schürze und sprang über das Tal. Dabei soll der Abdruck im Fels entstanden sein. Schließlich wird noch von einem Bauernmädchen berichtet, das auf dem Weg zu ihrem Liebhaber so stark aufgetreten sei, daß sich der Stein von ihrem Fußabdruck verformte.

Quelle: „Schwarzer Führer“ Harz

Römerstein bei Bad Sachsa

Etwa drei Kilometer südlich von Bad Sachsa
(Wanderweg 12 V von Steina; oder an der B 243 von Mackenrode nach Osterhagen in Nüxei rechts abbiegen) ragen die Römersteine als kahle weiße Felszacken wie riesige Ruinen inmitten der Felder in den Himmel.

Es handelt sich um die herausragenden Teile eines großen Korallenriffs. Mit der bizarren Felsformation sind einige Sagen verbunden: Demnach haben früher auf der Burg Sachsenstein oberhalb Bad Sachsas Zwerge gewohnt, die stark mit einem benachbarten Riesenstamm verfeindet waren. Die Zwerge waren zwar kleiner als die Riesen, aber auch schlauer. Um sich vor den gewitzten Zwergen zu schützen, türmten daher die Riesen die gewaltigen Römersteine zu einer Burg aufeinander. Während einer Jagd begegnete dem Riesenjüngling Romar einst die Tochter des Zwergenkönigs, Ruma. Die beiden verliebten sich ineinander und trafen sich fortan heimlich, da die verfeindeten Eltern die Liaison niemals gutgeheißen hätten. Als der Zwergenkönig dies entdeckte, verbannte er seine Tochter in eine Höhle ganz in der Nähe. Einen gemeinsamen Sohn der beiden zerschmetterte er vor Wut an einem Felsen. Da die leidende Ruma ihrer Traurigkeit freien Lauf ließ und hemmungslos weinte, wurde ihr Verlies Weingartenloch genannt (zwei Kilometer westlich der Römersteine). Ruma konnte schließlich der finsteren Grotte entkommen, indem sie sich in ein Bächlein verwandelte, das unter dem Fels emportrat. Jetzt konnte sie endlich wieder ihren Geliebten treffen. Doch der Zwergenkönig entdeckte auch diesen Betrug und verfluchte seine Tochter, auf immer ein Bergquell zu bleiben, aber an anderer Stelle auszutreten. Dort, wo die verwandelte Zwergentochter als Quell aus dem Boden schoß, entstand alsbald die Rumequelle (Rhumequelle, 10 km westlich zwischen Pöhlde und Rhumspringe). Noch heute soll das Wasser der Rhumequelle gelegentlich vom Blut des getöteten Sohnes rot werden; eine bestimmte Algenart ist für dieses Phänomen verantwortlich. Die Stelle, an der sich Romar und Ruma (als Nixe) ein letztes Mal getroffen hatten, wurde seitdem Nixei (der Ort heißt heute Nüxei) genannt. Die Steine der Riesenburg heißen nach Romar die „Römersteine“.
Quelle: Schwarzer Führer Harz

HarzSagen – Rabenklippen bei Bad Harzburg

Am südlichen Ortsausgang von Bad Harzburg zweigt nahe der Bergbahn der Wanderweg 20 A von der B 4 in Richtung Rabenklippen ab.

Fünf Kilometer südöstlich von Bad Harzburg befinden sich hoch oberhalb des steil abfallenden Eckertals in unmittelbarer Nähe der ehemaligen Grenze die Klippen (600 m) mit der Ausflugsgaststätte „Rabenklippe“. Der Name des Felsens stammt der Legende nach von Raben, die einen Mönch dort vor dem Hungertod retteten. Der fromme Mann, ein Abgesandter des heiligen Bonifatius, wollte in Wernigerode die Heiden zum Christentum bekehren, wurde dort jedoch verspottet und zog westwärts in den Wald, ohne Menschen zu treffen oder eine Ortschaft zu erreichen. An den heutigen Rabenklippen wäre er beinahe verhungert, wurde jedoch von Raben, die eine tote Taube fallen ließen, gerettet. Gestärkt von der Speise kam er bald nach Bad Harzburg und fand dort freundliche Aufnahme. In der Volkssprache gilt der kreisende Rabe als Vorbote des Todes: Mit lautmalerischem Krächzen ruft er „Grab, Grab“ und prophezeit so das nahe Ende. Die Symbolik des Raben wurde in dieser Sage mit der wunderbaren Errettung des frommen Mannes durch nahrungbringende Vögel verknüpft, ein bereits in der Bibel vorkommendes Motiv.
Quelle: Schwarzer Führer Harz

HarzSagen – Steinaer Mühle bei Steina

Am Waldrand von Steina, unweit der Kirche, befindet sich die Steinaer Mühle.

Der Sage nach hat hier ein Müller nie länger einen Burschen bei sich behalten können, da diese alle bald ums Leben gekommen seien. Als wieder ein Geselle um Arbeit bat, erzählte ihm der Müller vom Unglück seiner Vorgänger. Der Geselle willigte trotzdem ein. In der ersten Nacht kamen viele Katzen in die Mühle. Eine wollte dem Gesellen an die Kehle springen, doch der war flink und hackte ihr die Vorderpfote ab. Am nächsten Morgen bemerkte der Geselle, daß der Müllerin die Hand abgehauen war und entdeckte so, daß die Müllersfrau eine Hexe war und wohl die anderen Gesellen auf dem Gewissen hatte. Die einsame Lage der Mühle, der früher als unehrlich geltende Beruf des Müllers und die Bedeutung des Mahlens mit Rauschen und Klappern in der Nähe des Wassers haben Mühle und Müllersleute zu wichtigen Motiven in Brauchtum und Sage werden lassen. In dieser Sage wird neben der Mühle als Spukort sowie der gesellschaftlichen Außenseiterrolle des Müllerberufs auch der Volksglaube an die Katze als dämonisches Hexentier zum Ausdruck gebracht: Die Katze ist die Verkörperung des Bösen. Typisch für den Umgang mit Hexen ist auch der Analogiezauber: Als der Katze die Hand abgehackt wird, verliert die Frau (Hexe) ihre Hand (In einer anderen Sage wird einer Hexe das Gesicht zerkratzt, indem in die von ihr behexte Milch gestochen wird). Zusätzlich wird der sozialkritische Aspekt dieser Sage betont: der (untergeordnete) Geselle überführt die (hochgestellte) Frau des Müllermeisters der Hexerei.
Quelle: Schwarzer Führer Harz

HarzSagen – Bocksberg

Der Bocksberg (723 m) scheint in der Haupteinflugschneise der Hexen in Richtung Brocken zu liegen, denn Hahnenklee ist durch die jährlich am 30. April stattfindende Walpurgisfeier bekannt.

Nach altem Brauchtum werden zur Abwehr des Hexentreibens die Kirchenglocken geläutet, Peitschen geknallt, sowie Kreuze und Kräuterbüschel an die Stalltüren geheftet, um das Vieh vor dem Treiben der Hexen und Teufel zu schützen. Am Bocksberg wird eine kleine Mulde am Hang der 1, Mädchenrathausplatz “ genannt. Der Name stammt aus der Zeit, als chronischer Männermangel im Harz herrschte, was zu einer entsprechenden Legende führte: Demnach waren die Frauen dermaßen hinter den Männern her, daß sich zwölf Frauen, die alle den gleichen Mann begehrten, am Bocksberg injäher Wut brutal gegenseitig erschlugen. Ähnlich wie der Brocken, wurde auch der Bocksberg immer wieder von Fremden (“ Venedigern „) besucht. Die Fremden trieben zwar auch Handel mit den Harzem, ihr eigentliches Motiv war jedoch ein im Bocksberg verborgener Schatz. Als die Fremden einstmals von drei Bergleuten beobachtet wurden, wie sie sich aus dem Schatz bedienten, kamen sie nie wieder, der Schatz bleibt der Sage nach solange unzugänglich, bis einhundert Jahre kein vierbeiniges Tier den Bocksberg betreten hat.

Quelle: Schwarzer Führer Harz

HarzSagen – Roßtrappe bei Thale

Schon in den ältesten Reisebeschreibungen und Nachrichten von der Roßtrappe tritt die Sage auf, aber auch immer wieder in den verschiedensten Fassungen, die Gebrüder Grimm bringen allein fünf verschiedene Arten derselben, jedoch ist der Kern stets derselbe, eine fliehende, verfolgte Königstochter, die in der Angst der Verzweiflung den gräßlichen Sprung wagt und glücklich vollendet, während der Verfolger in die Tiefe stürzt.

Im fernen Böhmerlande herrschte einst ein mächtiger König, der, als er sein Ende nahen fühlte, seinen einzigen Sohn Bodo aufforderte, auszuziehen, um sich eine Gemahlin zu suchen, da er selbst sehr bald das gewaltige Königreich beherrschen müßte. Dieser, ein wilder ungezügelter Geselle, ging nun, mit köstlichen Geschenken versehen, auf die Freite und kam so auch an den Hof des Thüringer Königs, dessen liebliche Tochter Brunhilde sehr bald seinen Sinn gefangen nahm und sein Herz in heißer Begierde entflammen ließ. Er warb bei dem Vater um die Hand der holden Prinzessin, und der alte König besaß nicht den Mut, den ungestümen Freier zurückzuweisen, zumal er auch befürchten mußte, daß der dadurch gewiß Beleidigte sein Reich in große Gefahr bringen würde. Als Brunhilde die Absicht des Prinzen erfuhr, erschrak sie und erbebte, denn sie empfand nichts als Abscheu und Grauen vor dem wüsten Menschen, auch hatte ihr Herz bereits gewühlt und die heißesten Liebesschwüre verbanden es mit dem des jungen Königssohnes aus dem benachbarten Harzgau. Sie gelobte und schwur, daß sie nimmer die Gattin des wilden Bodo werden und eher sterben, als dem Geliebten die Treue brechen würde. Trotzdem wurden die Vorbereitungen zur Hochzeit getroffen und der Tag der Feier bestimmt, alle Geschenke und Liebeswerbungen des Bodo vermochten nicht, Brunhildens Herz umzustimmen. Als nun der Tag der Hochzeit herangerückt war, reifte ein verzweifelter Entschluß in dem Herzen der jungen Braut. Heimlich, ohne daß nur eine Seele es ahnte, schlich sie, schon mit dem Brautgewand bekleidet, die Krone auf dem Haupte, in den Marstall des Vaters, bestieg ihren weißen Zelter und jagte in rasender Flucht davon dem Reiche des Geliebten zu. Als Bodo die Flucht der Braut bemerkte, raste er vor Wut und stieß die gräßlichsten Verwünschungen aus. Er schwang sich auf sein gewaltiges schwarzes Roß und nun begann eine furchtbare Jagd hinter der Flüchtigen her. Schon hatte Brunhilde einen gewaltigen Vorsprung und in der Ferne sah sie die waldbekranzten Höhen des Harzgebirges, da hörte sie plötzlich den Verfolger hinter sich und die Angst der Verzweiflung erfaßte ihr Gemüt. Dennoch gab sie die Hoffnung nicht auf, dem Verfolger zu entrinnen und weiter stürmte die wilde Jagd. Schon war sie auf der Höhe angelangt, da plötzlich stemmt sich ihr Roß, zitternd am ganzen Körper, und Brunhilde sieht vor sich einen fürchterlichen Abgrund gähnen, ihr Auge schweift schwindelnd in eine schaurige Tiefe. Doch der Verfolger naht, vorn gähnt der Tod oder Rettung, hinten Schmach. Sie gibt dem Pferde die Sporen und dieses wagt den gräßlichen Sprung über den Abgrund und vollendet glücklich denselben. Tief prägt sich der Huf von dem gewaltigen Aufschlag in den Felsen ein, doch Brunhilde ist gerettet. Nur die goldene Krone ist von ihrem Haupte gefallen und von den Fluten des Bergstromes verschlungen. Als Bodo, so nahe am Ziele, die schöne Braut über den Abgrund fliegend erblickte, bernächtigte sich seiner eine unbändige Wut, und ihr nach war sein Ziel.

Doch die Kraft des erschöpften Rosses versagte und fluchend und schreiend stürzte der Reiter in die Tiefe. Dort unten in dem Wasser der Bode bewacht noch heute der in einen Drachen verwandelte Bodo die goldene Krone, die niemals gehoben werden kann.

Hexenzauber im Harz

Ist der Harz eine Hexenküche? Wenn sich bei Unwettern dunkle Wolken an den Oberharzer Bergen festhalten, vom Brocken ein stürmischer Wind weht und sich in das Brausen Hagelschauer mischen, waren früher Ängstliche nicht fern, die nicht nur dahinter ein Hexenwerk vermuteten.

Die Geschichte der Hexen, die als menschliche Handlanger des Teufels galten, ist widersprüchlich und spiegelt die Unwissenheit über, aber auch die Faszination für Zauberei wider. Man nimmt an, dass auch hier eine christliche Umdeutung stattfand: Den Trägern des heil- und naturkundigen Wissens der Vorzeit mit ihren beachtlichen Fähigkeiten wurde der Bund mit dem Teufel nachgesagt, damit auch eine grundsätzlich schlechte Absicht in ihrem Tun. In der vorchristlichen Vorstellungswelt spielten Frauen mit hexenähnlichen Fähigkeiten eine vielfältige Rolle, in ungefähr das, was heute mit „Feen“ oder „Elfen“ verbunden wird. Während Feen und Elfen jedoch bis heute als nichtmenschliche Wesen verstanden werden, konnte jeder Mensch – egal ob Mann oder Frau! – eine Hexe werden. Da im christlichen Verständnis aber die Frau für Verführungen des Teufels empfänglicher war, stellte man sich Hexen im Allgemeinen eher als weibliches Wesen vor. Neben vielen anderen irrigen Annahmen führte dies zu den tausendfach begangenen Hexenverbrennungen in ganz Mitteleuropa zur Zeit der Inquisition, besonders im 15. bis 17. Jahrhundert.

Im Harz finden sich hunderte Sagen und Geschichten, die von den Fähigkeiten der Hexen erzählen. Von Schadenszauber an Mensch, Vieh und Natur, der Verwandlung in jedes beliebige Tier – mit Vorliebe jedoch in schwarze Katzen – und natürlich dem Fliegen wird berichtet. Eine gute Hexe konnte im Harz so ziemlich alles zum Fliegen bringen: Neben dem ‚klassischen’ Besen ist von Ziegenböcken, Flugscharen, Zaunslatten, Töpfen und Hockern die Rede. Mit einer geheimnisvollen Paste beschmierte die Hexe ihr Flugobjekt und sprach: „Stippe hier in, stippe dar in, oben ruter un nirne an!“. Auf ging es in wildem Flug, am Besten vom Hexentanzplatz bei Thale hin zum Brocken! Einige Unglückliche versuchten dies nachzuahmen; haben jedoch mit dem falschen Spruch „Stippe hier in, stippe dar in, oben ruter un alleweg an!“ nichts als blaue Flecken gesammelt… 

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