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Auf der Spur der Abwasserleitung des Werks Tanne – Rüstungsaltlasten im Harz – Exkursion am 18. November 2017

Osterode am Harz/Clausthal-Zellerfeld. Am Samstag, 18. November 2017, unternimmt die neugegründete BUND-Ortsgruppe Osterode ab 10 Uhr eine Exkursion in den Harz zum Thema „Rüstungsaltlasten“.

Hierfür konnte sie den Clausthaler Geologen Dr. Friedhart Knolle gewinnen, der die Gruppe unter anderem zu den Abwasserleitungen des Werks Tanne führen wird.

In der Sprengstoff-Fabrik Tanne wurde im Zweiten Weltkrieg der Sprengstoff Trinitrotoluol (TNT) hergestellt. Darüber hinaus spielten auch andere Sprengstoffe, die in Bomben, Minen und Granaten abgefüllt wurden, eine Rolle in der Produktion. Ein dritter wichtiger Bereich war die Sprengstoffaufbereitung aus Fehlchargen und Beutemunition. Reste der Sprengstoffe und ihre hochgiftigen Abbauprodukte, die zum Teil krebserregend sind, finden sich bis heute sowohl im Werk selbst als auch im Grundwasser unter dem Werk. Sie belasten die Umwelt schwer. Zwar wurden die Clausthaler Pfauenteiche kürzlich saniert und mit Wasserrückhaltebecken versehen, aber das stoppt nur einen Teil der Belastung. Sogar im Wasser des 13-Lachter-Stollens bei Wildemann und des Ernst-August-Stollens bei Gittelde konnte das Gift aus Werk Tanne nachgewiesen werden. Die Abwässer sind derart giftig, dass eine Abwasserleitung des Werks bis nach Osterode führte, wo die Giftstoffe bei Petershütte einst in sogenannten Schluckbrunnen versenkt wurden. Wohin sie von dort unterirdisch flossen, konnte nie geklärt werden. Insbesondere dieser Leitung wird die Exkursion nachspüren.

Wegen der längeren Wegstrecken erfolgt die Exkursion per Auto. Treffpunkt ist der Haupteingang des Werks Tanne, Altenauer Straße (Beschilderung „Werk Tanne“ folgen). Stopps sind unter anderem an der historischen Kläranlage an den Pfauenteichen und in Buntenbock geplant, wo die Leitung aufgeständert ein Wiesental überquerte. Von dort führte sie weiter ins Bremketal. Hier wurden die giftigen Abwässer über eine Betonkaskade verrieselt. Nächster Halt sind die Teiche am Veilchenweg an der Wäscherei Kellner im Bremketal. Zwar badeten Generationen sorgloser Kinder dort, doch wussten diese nicht, dass die Teiche im Krieg der Zwischenspeicherung der Giftwässer dienten und noch heute eine Altlast darstellen. Letzter Halt werden die Versickerungsschächte der Giftwässer an der Söse im Stadtgebiete von Osterode-Petershütte sein, wo die Exkursion gegen 16 Uhr auch ihren Abschluss findet.

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Die Teilnahme ist frei, Spenden sind erwünscht. Wir freuen uns auf Ihren Besuch.

PM:
BUND-Ortsgruppe Osterode, gemeinsam mit BUND-Regionalverband Westharz


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